Postcolonial Studies. Einführung in globaler Perspektive - Instytut Pileckiego
23.01.2026 (Fri) 18:00
Postcolonial Studies. Einführung in globaler Perspektive
Buchpräsentation + Diskussion
Das Pilecki-Institut Berlin eröffnet am 23. Januar 2026 das Jahr mit der Präsentation des Buches Postcolonial Studies. Einführung in globaler Perspektive von Dirk Uffelmann und Paweł Zajas, das im Rahmen des Stipendienprogramms (P)Ostkolonialismus (2024/25) entstanden ist. Die am Institut im Jahr 2024 organisierte (P)ostkolonialismus-Konferenz, mehrere weitere Veranstaltungen, die neuartige Anwendungsweisen dieser Denkschule auf Polen und Ostmitteleuropa erörterten sowie eine vom Pilecki-Institut in Auftrag gegebene IPSOS-Studie zu dominierenden Ansichten auf die deutsch-polnische Geschichte, stießen auf großes Interesse. Daran zeigt sich, dass der Postkolonialismus als Paradigmenansatz eine Theorie in Bewegung ist: Einerseits wird er auf immer neue Kontinente, Länder und Themenfelder angewandt, andererseits wird er intensiv und mitunter kontrovers diskutiert.
Die Buchpräsentation versteht sich deswegen zugleich als Ankündigung einer neuen Veranstaltungsreihe, mit der wir unsere Auseinandersetzung mit postkolonialen Perspektiven auf Ostmitteleuropa fortsetzen. Wir laden dazu ein, die Region durch die Linse globaler Verflechtungen, von Machtasymmetrien und vielfältiger historischer Erfahrungshorizonte neu zu betrachten.
23. Januar 2026, 18 Uhr, Pariser Platz 4a, 10117 Berlin
Diskussion: Dirk Uffelmann (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Paweł Zajas (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań)
Moderation: Lukas Wieczorek
Sprache: Deutsch mit Simultanübersetzung ins Englische
Anmeldung: https://forms.gle/h7f5k6i6pNzNLkBa7
Die vorgestellte Publikation hat den besonderen Vorzug, aufgrund ihres vorrangig analytisch-deskriptiven und systematisierenden Anspruchs für unterschiedliche Positionen im Diskurs – affirmierende, kritische wie auch ergebnisoffen interessierte – gleichermaßen gewinnbringend zu sein. In der Einleitung definieren die Autoren den Charakter ihres Werkes wie folgt:
„Im Spannungsfeld zwischen Ideologiekritik an und interdisziplinärer Anschlussfähigkeit postkolonialer Theorie verortet sich der vorliegende Band als literaturwissenschaftlich grundierte Einführung in die Postcolonial Studies(...) und zwar erstmalig in globaler Perspektive.
Unsere (P)OSTKOLONIALISMUS-Playlist: https://youtube.com/playlist?list=PL-hpbAC2R-069nVQ51-q96qEd...
Mehr Infos zum Buch und den Autoren
Klappentext: "Was macht kulturelle Fremdherrschaft mit den Unterdrückten? Diese Frage beantwortet die vorliegende Einführung in die literaturwissenschaftlichen Postcolonial Studies, die als erste Beiträge von allen Kontinenten einbezieht. Die Themen reichen von bundesdeutschen Restitutionsfragen, der Windhuk-Auschwitz-Debatte und Migrationsliteratur über anglo-amerikanische und australische Analysen (post-)kolonialer Diskurse und lateinamerikanische dekoloniale Kritik zu karibischen, afrikanischen und südasiatischen Kulturtheorien. Die neuartige Einführung berücksichtigt innereuropäische Kolonialismen von Bosnien bis Russland genauso, wie sie ukrainische Dekolonisierungsdebatten umreißt und die postkoloniale Israel-Gaza-Kontroverse beleuchtet"
Zu den Autoren
Dirk Uffelmann studierte Slavistik und Germanistik in Tübingen, Wien, Warschau und Konstanz. Von 2006 bis 2019 war er Lecturer an der University of Edinburgh sowie Lehrstuhlinhaber an der Universität Passau. Seitdem ist er Professor für Slavische Literaturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die russische, polnische, tschechische, slowakische und ukrainische Literatur- und Religionsgeschichte, Migration, postkoloniale Theorie, Masculinity Studies und Internet Studies.
Paweł Zajas studierte Niederlandistik und Germanistik in Breslau und Posen. Er ist Lehrstuhlinhaber für Niederländische und Südafrikanische Studien an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen sowie Research Fellow an der University of Pretoria. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf transnationalen Literatur- und Kulturtransferprozessen im 20. Jahrhundert, der Verlagsgeschichte und der Außenkulturpolitik.