Das geraubte Warschau - Kunstverluste der Warschauer Bevölkerung 1939–1945 - Instytut Pileckiego
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30.06.2026 (Tue) 18:00
Das geraubte Warschau - Kunstverluste der Warschauer Bevölkerung 1939–1945
Einblicke in die Verluste privater Kunstsammlungen der Warschauer Bevölkerung während der Jahre 1939–1945
30.06.2026, 18:00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin
Anmeldung: https://forms.gle/EMzt7eY1439yDjuE7
Welche kulturellen Verluste verbargen sich hinter der Zerstörung Warschaus im Zweiten Weltkrieg? Welche Kunstwerke, Sammlungen und Erinnerungsstücke gingen für immer verloren? Diesen Fragen widmet sich der Kunsthistoriker und Provenienzforscher Mariusz Klarecki in seiner preisgekrönten zweibändigen Publikation „Zrabowana Warszawa. Straty w prywatnych zbiorach i artystycznych kolekcjach mieszkańców Warszawy w latach 1939–1945“ (Das geraubte Warschau – Kunstverluste der Warschauer Bevölkerung 1939–1945).
Im Rahmen der Buchpräsentation stellt Klarecki die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen zu den Kriegsverlusten privater Kunstsammlungen in Warschau vor. Die Publikation, herausgegeben vom polnischen Ministerium für Kultur und Nationales Erbe, dokumentiert erstmals umfassend die Verluste privater Kunst- und Kulturgüter der Warschauer Bevölkerung während der deutschen Besatzung.
Der erste Band rekonstruiert die Geschichte der Zerstörung, Beschlagnahmung und Plünderung privater Kunstsammlungen während des Zweiten Weltkriegs. Zugleich zeichnet er ein Bild der kulturellen Vielfalt des Vorkriegs-Warschau und untersucht Umfang, Struktur und gesellschaftliche Bedeutung privater Sammlungen. Zu ihnen gehörten Gemälde alter Meister, kunsthandwerkliche Objekte, historische Musikinstrumente, Bibliotheken und zahlreiche weitere Zeugnisse des kulturellen Lebens der Stadt.
Der zweite Band enthält einen alphabetisch geordneten Katalog der dokumentierten Verluste und bildet damit eine wichtige Grundlage für die Provenienzforschung sowie für laufende Restitutionsbemühungen. Die Publikation macht eine bislang wenig erforschte Dimension der Kriegszerstörung sichtbar: den Verlust privaten kulturellen Eigentums und die nachhaltigen Folgen für das kulturelle Gedächtnis Warschaus.
Grundlage der Studie ist eine umfangreiche Auswertung von Archivmaterialien, darunter Tausende Verlustmeldungen, die von Familien eingereicht wurden, die zwischen 1945 und 1947 nach Warschau zurückkehrten. Ergänzt wurden diese Quellen durch Tagebücher, Erinnerungen, Zeitzeugenberichte sowie historische Ausstellungskataloge und Museumsdokumentationen. Die Publikation enthält zudem rund 500 historische Fotografien.
Für ihre wissenschaftliche und editorische Qualität wurde die Publikation mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem KLIO-Preis in der Kategorie „Varsaviana“, dem Feliks-Jasieński-Preis sowie dem Varsaviana-Preis der Öffentlichen Bibliothek der Stadt Warschau. Darüber hinaus wurde sie für den Wettbewerb „Die schönsten polnischen Bücher 2024“ nominiert.
Die Veranstaltung ergänzt die aktuelle Ausstellung Warschaus Neuanfang, die anhand von Fotografien aus den Jahren 1945 bis 1949 den Wiederaufbau und den Alltag in der zerstörten Stadt dokumentiert. Während die Ausstellung die physische und soziale Wiedergeburt Warschaus in den Blick nimmt, zeigt Klareckis Forschung die kulturellen Verluste auf, die diesem Neuanfang vorausgingen.
Mariusz Klarecki ist Kunsthistoriker und Experte für die Dokumentation von Kriegsverlusten und Kunstraub in Polen. Er arbeitet seit vielen Jahren an der Erforschung privater und öffentlicher Kunstsammlungen, die während des Zweiten Weltkriegs zerstört oder geplündert wurden. Klarecki ist außerdem Kurator am Pałac pod Blachą am Warschauer Königsschloss und hat zahlreiche Publikationen zur Provenienzforschung und Restitution von Kunstwerken veröffentlicht. Seine Arbeiten verbinden kunsthistorische Analyse mit sorgfältiger Archivforschung und liefern damit zentrale Grundlagen für die Rekonstruktion des kulturellen Erbes Warschaus.