„Gäste aus der Fremde“ – eine künstlerisch-historische Residenz zur Erinnerung an NS-Zwangsarbeit - Instytut Pileckiego

12.11.2026 (Thu) 10:00

„Gäste aus der Fremde“ – eine künstlerisch-historische Residenz zur Erinnerung an NS-Zwangsarbeit

Vitsche e.V. und das Pilecki-Institut Berlin laden zur Forumtheater-Residenz „Gäste aus der Fremde“ ein, die vom 12. bis 18. November 2026 in Gelsenkirchen stattfindet.

„Gäste aus der Fremde“ – eine künstlerisch-historische Residenz zur Erinnerung an NS-Zwangsarbeit

Vitsche e.V. und das Pilecki-Institut Berlin laden zur Forumtheater-Residenz „Gäste aus der Fremde“ ein, die vom 12. bis 18. November 2026 in Gelsenkirchen stattfindet. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen ukrainischer und polnischer Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs und die Frage, wie ihre Geschichten heute erforscht, vermittelt und erinnert werden können. Achtung: Deadline ist am 15.10.

Bewerbungsformular: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeQiK-7eZUxenUipSoJ...

Den Auftakt des Projekts bildet im Oktober ein Forschungsworkshop am Pilecki-Institut Berlin, der sich zentralen Fragen und Leerstellen in der Geschichte und Erinnerung der NS-Zwangsarbeit widmet. Die Forumtheater-Residenz in Gelsenkirchen führt diese Auseinandersetzung im November mit künstlerischen Mitteln fort.

Unter der Kuratierung von Eva Yakubovska kommen sechs ausgewählte Teilnehmer aus den Bereichen Kunst, Schauspiel, Forschung und Aktivismus aus der Ukraine, Polen und Deutschland zusammen. Begleitet von Experten und einem theaterpädagogischen Team entwickeln sie kurze Performances nach der Methode des Forumtheaters. Diese lädt das Publikum ein, sich aktiv mit den dargestellten Konflikten und möglichen Handlungsspielräumen auseinanderzusetzen.

Die Ergebnisse werden am 17. November 2026 bei einer öffentlichen Aufführung im Atelierhaus Gelsenkirchen präsentiert. Informationen zur Teilnahme und Bewerbung finden Sie am Ende dieses Textes.

Mehr als 20 Millionen Menschen aus ganz Europa mussten während des Nationalsozialismus für Deutschland Zwangsarbeit leisten - im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten., darunter zivile Arbeitskräfte, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Besonders Menschen aus Osteuropa, darunter aus Polen und der Ukraine, waren rassistischer Entrechtung, Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt. Die Kennzeichen „P“ und „OST“ machten ihre Ausgrenzung sichtbar. Hinter diesen Zahlen stehen Millionen persönlicher Schicksale, die in der deutschen Erinnerungskultur bis heute nicht ausreichend präsent sind.

Diesen persönlichen Erfahrungen widmet sich die Residenz anhand von Archivquellen und persönlichen Briefen. Dabei geht es auch um die Frage, wie Diskriminierung, die Verdrängung historischer Erfahrungen und Geschichtsverzerrungen bis in die Gegenwart wirken.

Ein zweijähriges Projekt zur Geschichte und Erinnerung der Zwangsarbeit

Die Residenz ist Teil des Projekts „Erinnerung an Zwangsarbeit: Ukraine und Polen im Nationalsozialismus“, das Vitsche e.V. und das Pilecki-Institut Berlin gemeinsam umsetzen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren verbindet das Projekt historische Forschung, Bildungsarbeit und künstlerische Auseinandersetzung.

Gemeinsam mit Forschern, Bildungsakteuren, Künstlern, Erinnerungsinstitutionen und zivilgesellschaftlichen Partnern werden die Lebensgeschichten der Betroffenen durch öffentliche Veranstaltungen, Podcasts, historische Rundgänge und digitales Storytelling sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen der Betroffenen und die Frage, wie ihre Erfahrungen stärker in der europäischen Erinnerungskultur verankert werden können.

Informationen zur Teilnahme

- Zeitraum: 12.–18. November 2026

- Ort: Gelsenkirchen, Deutschland

- Öffentliche Aufführung: 17. November 2026, Atelierhaus Gelsenkirchen

- Bewerbungsschluss: 15. Oktober 2026

- Kostenübernahme: Unterbringung, Verpflegung und Reisekosten werden für die ausgewählten Teilnehmer übernommen.

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie https://docs.google.com/.../1FAIpQLSeQiK.../viewform.

Projektträger: Vitsche e.V. und Pilecki-Institut Berlin

Partner: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, NGO Sklad 2.0 und NGO „After Silence“ (ГО «Після тиші»)

Das Projekt wird vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) umgesetzt