Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen am Brandenburger Tor - Instytut Pileckiego
08.05.2026 (Fri) 12:00
Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen am Brandenburger Tor
Am 8. Mai um 12 Uhr laden wir Sie zum Auftakt der Brandenburg-Tour 2026 von „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen“ ein – veranstaltet vom Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Pilecki-Institut.
Foto: Brandenburg Museum_Potsdam_In Echt_Start bundesweite Tour_2025 (c) Adam Sevens
Einladung zum Tourauftakt der „In Echt?“-Brandenburg-Tour 2026
Am 8. Mai um 12 Uhr laden wir Sie zum Auftakt der Brandenburg-Tour 2026 von „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen“ ein – veranstaltet vom Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Pilecki-Institut.
„Hallo, hallo, hier spricht Warschau. Heute Morgen um 5.40 Uhr haben deutsche Truppen die Grenze zu Polen überschritten. Jetzt also Krieg!“ – so verkündete der polnische Rundfunk „Polskie Radio“ der Welt am 1. September 1939. Damit begann der Zweite Weltkrieg, der offiziell am 8. Mai 1945 endete. Es waren sechs folgenschwere Jahre: Sie brachten unter anderem den brutalsten Krieg der Weltgeschichte, den Zivilisationsbruch des Holocaust, Jahre totalitärer Herrschaft und insgesamt rund 60 Millionen Tote – darunter über fünf Millionen polnische Staatsbürger, davon etwa drei Millionen polnische Juden.
Diese Zeit und die Lehren aus dieser Geschichte dürfen nie vergessen werden. Nichts berührt so sehr, nichts regt stärker zum Nachdenken über Geschichte an als der Kontakt mit echten Zeitzeugen – doch ihre Zahl nimmt unaufhaltsam ab. Umso mehr hat uns das Projekt, die mobile Ausstellung „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen“ beeindruckt. Es freut uns sehr, in diesem Jahr die Vorstellung des Projekts am Pariser Platz als Co-Veranstalter zu begleiten.
Details zum Tourauftakt 2026 am Brandenburger Tor in Berlin:
Datum: Freitag, 8. Mai 2026
Uhrzeit: ab 12 Uhr
Öffnungszeiten: 12–17 Uhr
Ort: Brandenburger Tor / Pariser Platz, 10117 Berlin + polnische Zeitzeugenstimmen im Pilecki-Institut
Mithilfe von VR-Brillen ermöglicht das Projekt, NS-Zeitzeugen – darunter ehemalige Gefangene – zuzuhören und ihre Lebensgeschichten kennenzulernen.
Während der Ausstellungstruck am Brandenburger Tor virtuelle Zeitzeugenschaft thematisiert, können Besucher ergänzend dazu in den Räumen des Pilecki-Instituts den Stimmen polnischer KZ-Häftlinge zuhören. Sie machen die systematische Gewalt- und Vernichtungspolitik der deutschen NS-Besatzung in Polen und Osteuropa unmittelbar erfahrbar.
Zur mobilen Ausstellung „In Echt?“:
"Als mobiles Format bringt „In Echt?“ neue Formen des Erinnerns direkt in den öffentlichen Raum, erreicht gezielt auch junge Menschen und setzt ein klares Zeichen für demokratische Werte.
Ein Ausstellungsbesuch im mobilen Truck wird ab 14 Jahren empfohlen.
In der mobilen Ausstellung begegnen Besucher fünf jüdischen Zeitzeugen – Ruth Winkelmann, Kurt Hillmann, Charlotte Knobloch, Inge Auerbacher und Leon Weintraub – in einer realitätsnahen, immersiven Gesprächssituation. Durch eine VR-Brille erleben sie diese Überlebenden scheinbar „in echt“ und können deren Berichte auf einer emotional tiefgehenden Ebene nachvollziehen. Die besondere Innovation liegt in der Verknüpfung historischer Erinnerung mit moderner Technologie, die über herkömmliche digitale Archivierungsformen hinausgeht.
Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich mit dem Verschwinden der letzten Zeitzeugen vor grundlegende Herausforderungen gestellt sieht. Die direkte Begegnung mit Überlebenden war stets ein besonders wirkungsvolles Mittel, um das Unrecht und die Gewalt der NS-Zeit nachvollziehbar zu machen.
Das „In Echt?“-Erlebnis wird auf Deutsch, in fünf weiteren Sprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache barrierearm angeboten, um möglichst viele Menschen zu erreichen."
Zeutzeugengespräch mit Grażyna Olton
Zum Zweiten Weltkrieg:
Der 8. Mai markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und steht bis heute europaweit für Befreiung, Erinnerung und Verantwortung. Für Polen kommt noch hinzu: Melancholie und enttäuschte Hoffnungen. An diesem historischen Datum beginnt eine Tour, die sich der Frage widmet, wie Erinnerung lebendig bleiben kann, wenn persönliche Zeugenschaft zunehmend verschwindet.
Was bedeutete der Zweite Weltkrieg? Er brachte den brutalsten Krieg der Weltgeschichte, den Zivilisationsbruch des Holocaust, Jahre totalitärer Herrschaft und insgesamt rund 60 Millionen Tote – darunter über fünf Millionen polnische Staatsbürger, davon etwa drei Millionen polnische Juden.
Für Polen bedeutete dies fünf Jahre brutalster Unterdrückung: Zerstörung, willkürliche Massenerschießungen, ein Zweifrontenkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion, gezielte Vernichtungsaktionen beider Besatzungsregime gegen die polnische Intelligenz und Kultur, Zwangsarbeit sowie die Todesstrafe für jede Form der Hilfe für Juden – aber auch einen unerschütterlichen Freiheitsinstinkt und einen Widerstand, der oft eine ebenso heroische wie tragische Entwicklung nahm.
Diese Entwicklung mündete in die weit verbreitete Wahrnehmung eines Verrats von Jalta durch die Alliierten, in niedergeschlagene Hoffnungen auf ein freies, unabhängiges und prowestliches Polen und in eine politische Existenz unter sowjetischer Vorherrschaft.
Im kommunistischen Nachkriegspolen wurden Freiheitskämpfer des Widerstands wie Witold Pilecki nicht geehrt, sondern verfolgt und hingerichtet. Der Traum einer politischen Verankerung im Westen musste weitere Jahrzehnte warten – bis 1989.
Eine Auswahl vergangener Veranstaltung zum Zweiten Weltkrieg
Förderer des Projektes:
Von 2022 bis 2025 in der Bildungsagenda NS-Unrecht vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.






