Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum - Instytut Pileckiego

21.05.2026 (Thu) 18:00

Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum

Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum

Wir freuen uns über Ihr anhaltendes Interesse an der neuen Reihe „Mehrzahl Moderne. Einführung in die verflochtenen Geschichten Europas“, die in Zusammenarbeit mit dem Lehrgebiet Public History der FernUniversität in Hagen veranstaltet wird.

Nach den ersten beiden Veranstaltungen – „Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert“ mit Prof. Dr. Przemysław Czapliński und Dr. Franziska Exeler sowie „Dnipro. Die Geschichte Europas vom Ufer des Dnipro aus gedacht“ mit Prof. Dr. Andrii Portnov und Hanna Radziejowska – geht die Reihe nun mit ihrer dritten Veranstaltung weiter:

„Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum“

21. Mai 2026, 18.00 Uhr, Pariser Platz 4a, 10117 Berlin

Impuls: PD Dr. Agnieszka Pufelska (Nordost-Institut Lüneburg)

Kommentar: Prof. Dr. Max Welch Guerra (Bauhaus-Universität Weimar)

Anmeldunghttps://forms.gle/fSdnfPee8isguKcZ8

Zur ersten Veranstaltung: "Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert“

Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum
Der Vortrag untersucht Poznań/Posen als einen urbanen Raum, in dem deutsche, polnische und jüdische Vorstellungen von Moderne im 19. und 20. Jahrhundert miteinander konkurrierten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Architektur, Wirtschaft und Institutionen genutzt wurden, um nationale Zugehörigkeit sichtbar zu machen und den Stadtraum symbolisch zu prägen. Anhand von Beispielen wie dem Bazar, der Firma Cegielski, der Neuen Synagoge oder dem Kaiserschloss zeigt der Vortrag, dass der Nationalitätenkonflikt weit über die Politik hinausging und sich tief in das Stadtbild einschrieb. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Umbrüchen von 1918, 1939 und 1945 sowie den wechselnden Bedeutungen zentraler Gebäude und Räume. Poznań erscheint so als ein exemplarischer Ort konkurrierender Modernen in Ostmitteleuropa.

PD Dr. Agnieszka Pufelska ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordost-Institut an der Universität Hamburg (Lüneburg) und Privatdozentin an der Universität Potsdam. Die Kulturhistorikerin befasst sich mit der Geschichte der deutsch-polnischen Kulturverflechtungen und der modernen jüdischen Geschichte. Veröffentlichungen u.a. zu den Themen Antisemitismus, Geschichtsbilder und nationale Identitätskonstruktionen. Derzeit forscht sie zur Aneignung des preußischen Kulturerbes in polnischen Museen.

Mehrzahl Moderne ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Lehrgebiet Public History und dem Pilecki-Institut Berlin. Sie fragen, wie die Geschichten Polens, der Ukraine und von Belarus als Teil der Geschichte Europas erzählt werden können. Wie lassen sich die historischen Erfahrungen dieser Gesellschaften erzählen, ohne historische Vorstellungen von Asymmetrie, Rückständigkeit und Überlegenheit fortzuschreiben? Eine Antwort auf diese Frage ist, die Moderne als Mehrzahl unterschiedlicher, miteinander verwobener Prozesse zu verstehen. Die Sensibilität für die Vielstimmigkeit, Komplexität und Verflechtung der Region ermöglicht den Blick auf die vermeintliche Peripherie zu schärfen. Indem wir ihre Vergangenheit ins Zentrum rücken, erinnern wir daran, dass heute über die Zukunft Europas in der Ukraine entschieden wird. Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und im Herbst 2026 im Modul M1 des MA Geschichte Europas zur Verfügung gestellt.