Warschaus Neuanfang 1945 - 1949. Fotografien vom Leben in den Trümmern - Instytut Pileckiego
24.03.2026 (Tue) 18:30
Warschaus Neuanfang 1945 - 1949. Fotografien vom Leben in den Trümmern
Unsere neue Ausstellung!
Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung ein:
„Warschaus Neuanfang 1945–1949. Fotografien vom Leben in den Trümmern“
Die Ausstellung wurde von Anna Brzezińska und Katarzyna Madoń-Mitzner kuratiert.
Dienstag, 24. März, 18:30 Uhr
Pilecki-Institut Berlin
Pariser Platz 4a
10117 Berlin
Anmeldung: https://forms.gle/q5vg7WYoobkMDkpK9
Sprachen der Ausstellung: Deutsch, Englisch
Hauptveranstalter
Pilecki-Institut Berlin
Ko-Veranstalter
Haus der Begegnung mit der Geschichte (DSH), Warschau
Stadt Warschau
Kuratorinnen: Anna Brzezińska, Katarzyna Madoń-Mitzner
Grafisches Design: Katarzyna Skoczylas-Godyń
Projektkoordination und Ausstellungsproduktion: Olga Pigłowska
Realisierung der Ausstellung in Berlin: Karolina Głowińska, Kamila Szuba
Varsavianistische Bearbeitung der Bildunterschriften: Ryszard Mączewski
Redaktion: Marta Markowska
Übersetzung: Nitzan Reisner
Korrektorat: Tomasz Kubaczyk
Realisierung des Ausstellungsprojekts: Willow Service Mateusz Wierzbicki
Druck: Druk wielkoformatowy Paweł Ciepielewski
Im Anschluss sehen Sie Fotos von der Originalfassung der Ausstellung in Warschau, die als grobe Vorlage für die Berliner Fassung diente, aber nicht vollständig mit ihr deckungsgleich ist.
Fotos: © Maks Januszewicz/DSH und PAP
Ein Tanz inmitten der Ruinen des Stadtzentrums.
Barfüßige Kinder spielen im ausgebrannten Schutt der Altstadt Krieg.
Ein Familienessen in einem zerstörten Haus.
Ein Milizionär regelt den Verkehr an einer gespenstischen Straßenkreuzung.
Ein Arbeiter trägt Ziegelsteine auf dem Rücken, um historische Mietshäuser wieder aufzubauen.
Diese Bilder des Warschaus der Nachkriegszeit (1945–1949) wurden aus Tausenden von Fotografien aus dem Bestand der Polnischen Presseagentur ausgewählt. Sie stehen im Schatten des Warschauer Aufstands – der größten bewaffneten Untergrundaktion im von NS-Deutschland besetzten Europa – und einer Stadt, die dem Erdboden gleichgemacht wurde und bis zu 200.000 zivile Opfer forderte.
Vor dem Hintergrund dieser nahezu vollständigen Zerstörung zeichnen die Fotografien ein kollektives Porträt der Warschauerinnen und Warschauer, die ihre Stadt und ihr Leben neu aufbauen. Durch die Aufnahmen junger Fotojournalisten erleben wir die Wiedergeburt Warschaus aus nächster Nähe und spüren seine ungebrochene Energie.
Als tiefgreifende humanistische Fotografien erschöpfen sie sich nicht im unmittelbar Sichtbaren. In ihrem Ausdruck der einzigartigen Widerstandskraft und Vitalität des menschlichen Geistes sind sie Warnung vor dem Zerstörungspotenzial totalitärer Regime und zugleich eine Anklage gegen die freie Welt, die solche Verbrechen nicht verhindert hat.
Das von NS-Deutschland zerstörte Warschau weckt Assoziationen zu Aleppo, Khartum und Mariupol und zwingt zur Reflexion: Wie können wir verhindern, dass Kinder jemals wieder barfüßig zwischen den Trümmern zerstörter Städte spielen müssen?
Stimmen nach der Premiere in Warschau:
Die Ausstellung lebt – so, wie einst das Nachkriegs-Warschau lebte. Kein Wunder also, dass Besucher die Fotografien aus dem Archiv der Polnischen Presseagentur sehr persönlich wahrnehmen. Es ist das Archiv der Familien von Tausenden Warschauerinnen und Warschauern, ihrer Geschichten und Erinnerungen.
- schrieb das beliebete Geschichtsportal Histmag.
"Warschau war nach dem Zweiten Weltkrieg die am stärksten zerstörte Hauptstadt Europas. Infolge der Kriegshandlungen wurden etwa 84 Prozent der Bebauung im links der Weichsel gelegenen Teil der Stadt zerstört. Der Moment der Rückkehr der früheren Bewohner in die Hauptstadt, das Leben in den Ruinen und der mühsame Wiederaufbau der Stadt wurden von den Fotografen mit außergewöhnlichem Gespür und großer Sensibilität festgehalten." berichtete das Geschichtsportal dzieje.pl.
Co-Curatorin Katarzyna Madoń-Mitzner erklärte, dass die zeitliche Zäsur 1945–1949 nicht zufällig als Titel der Ausstellung gewählt wurde.
„Wir haben uns auch Fotografien aus den folgenden Jahren angesehen, und der Unterschied war deutlich erkennbar. Das Jahr 1949 stellte in Polen einen klaren politischen Einschnitt dar. Danach stabilisierte die kommunistische Macht ihre Herrschaft mit stalinistischen Methoden. Allgegenwärtige Zensur, Terror und eine verbindliche propagandistische Botschaft traten an ihre Stelle“
Fototekst.pl: Im Haus der Begegnung mit der Geschichte (Dom Spotkań z Historią) sind zahlreiche beeindruckende Aufnahmen zu sehen. Szenen aus dem Alltag zeigen, wie die Warschauerinnen und Warschauer mit den Schwierigkeiten umgingen und sogar zwischen den Ruinen lachen konnten. Es ist eine optimistische Vision. Und obwohl dieser Optimismus eines der Elemente der Nachkriegspropaganda war, war er zugleich etwas, das im Leben der Bewohner der Hauptstadt tatsächlich präsent war. Davon zeugen auch die Berichte ausländischer Fotojournalisten, die Polen besuchten. Die Energie und der Enthusiasmus des Wiederaufbaus waren Eigenschaften, die jedem von ihnen sofort ins Auge fielen – besonders im Vergleich zu anderen zerstörten europäischen Städten.
John Vachon, der sich von Januar bis Juli 1946 in Polen aufhielt, schrieb in einem Brief an seine Frau:
"Hier sind den ganzen Tag über Tausende von Menschen auf den Straßen, mit erhobenem Kopf, lächelnd, zufrieden wirkend – wie Menschen, die tatsächlich etwas tun. Überall in den Kellern zerstörter Häuser werden Geschäfte eröffnet. Selbst in den vier Tagen, die ich hier verbracht habe, lassen sich Veränderungen beobachten.
Diese Stadt erwacht von Tag zu Tag zum Leben: Die Menschen räumen Ziegel und Trümmer beiseite, gründen Unternehmen und gehen geschäftig ihren Tätigkeiten nach, als wären sie wirklich glücklich – was schwer zu begreifen ist, wenn man eine so vollständig zerstörte Stadt betrachtet. Alle Straßen sind offen, während die Seitenstreifen von Trümmern blockiert sind, die acht bis zehn Fuß hoch liegen. Sie werden wie Schnee beiseitegeschoben, um einen Zugang zu dem Geschäft zu schaffen, das jemand gerade eröffnet. Die Menschen sind ständig beschäftigt: Sie reißen ab, bauen auf, bergen Material – und das alles ohne Maschinen.
Ziegel für Ziegel zerlegen sie ganze Gebäude und laden sie auf Schubkarren. Wie sie das schaffen, besonders unter diesen erbärmlichen Bedingungen, ist kaum zu begreifen. Das Essen ist schlecht, es fehlt daran und es wird schlecht verteilt – aber an Geist mangelt es nicht. Und wenn das wie die polnische Nationalhymne klingt, dann ist es trotzdem wahr: Man kann die Gefühle der Menschen hier nicht übersehen, die ganz offensichtlich Warschau größer als je zuvor wiederaufbauen wollen."