War Preußen eine Kolonialmacht? - Instytut Pileckiego

12.03.2026 (Thu) 18:00

War Preußen eine Kolonialmacht?

Vortrag über das Hinterfragen des idealisierten Bildes von Preußen als Kulturstaat, mit Blick auf die östlichen Provinzen, koloniale Ambitionen und den Versuch, kulturelle Vielfalt zu kontrollieren.

Vortrag: "War Preußen eine Kolonialmacht?" Dr Agnieszka Pufelska

12.03, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin | Anmeldung: https://forms.gle/YYn8ANXovfnZi27D8

Fragen nach kolonialen Kontinuitäten, nach historischen Machtverhältnissen und nach blinden Flecken in der deutschen Erinnerungskultur stehen zunehmend im Zentrum öffentlicher und wissenschaftlicher Debatten. Jahrzehntelang galt diese Perspektive jedoch nicht für Osteuropa – dabei zeigt sich gerade mit Blick auf Polen, die Ukraine und andere Länder Ostmitteleuropas, wie stark tradierte Narrative unser Geschichtsbild bis heute prägen und wie notwendig es ist, diese kritisch zu hinterfragen.

Mit unserer Veranstaltung „War Preußen eine Kolonialmacht?“ greifen wir genau diese Diskussion auf und vertiefen die Impulse, die aus der Konferenz „(P)Ostkolonialismus – Postcolonial Perspectives on Poland, Ukraine and Eastern Europe“ hervorgegangen sind. Ausgangspunkt der Konferenz war u.a. eine Ipsos-Studie des Pilecki-Instituts zu Wissenslücken hinsichtlich der polnischen Geschichte in der deutschen Gesellschaft. Aus dieser viel beachteten Tagung ist mittlerweile eine eigene Veranstaltungsreihe entstanden, in der wir zentrale Fragen zu kolonialen Denkmustern, historischen Verflechtungen und Erinnerungskulturen im mittel- und osteuropäischen Kontext weiterdenken und in einen breiteren öffentlichen Dialog überführen.

Der Vortrag von Dr. Agnieszka Pufelska stellt dieses idealisierte Bild grundlegend infrage. Er richtet den Blick auf Regionen, die durch sprachliche, religiöse und kulturelle Vielfalt geprägt waren. Dort bedeutete preußische Herrschaft nicht nur Verwaltung, sondern auch tiefgreifende Eingriffe in Sprache, Bildung und Siedlungspolitik – verbunden mit dem Versuch, Vielfalt zu kontrollieren und gesellschaftlich umzuwandeln.

Nach der Lecture laden wir zu einer offenen Diskussion ein.
Dr. Agnieszka Pufelska spricht gemeinsam mit Lukas Wieczorek vom Pilecki-Institut Berlin über die Thesen des Abends und beantwortet Ihre Fragen.

Bild: Dr Agnieszka Pufelska © Gregor Baron

Zur Reihe „(P)Ostkolonialismus"

Die Veranstaltung ist Teil unserer Reihe, die aus der Konferenz
„(P)Ostkolonialismus – Postcolonial Perspectives on Poland, Ukraine and Eastern Europe“ hervorgegangen ist. Die Tagung wurde vom Pilecki-Institut Berlin organisiert und brachte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um koloniale Traditionslinien im Denken über Polen, die Ukraine und Osteuropa zu analysieren.

Unsere (P)OSTKOLONIALISMUS-Playlist

Mehr über die IPSOS-Studie: