War Preußen eine Kolonialmacht? - Instytut Pileckiego
12.03.2026 (Thu) 18:00
War Preußen eine Kolonialmacht?
Vortrag über das Hinterfragen des idealisierten Bildes von Preußen als Kulturstaat, mit Blick auf die östlichen Provinzen, koloniale Ambitionen und den Versuch, kulturelle Vielfalt zu kontrollieren.
Preußen wird bis heute gern als Kulturstaat erinnert. Seine Schlösser werden rekonstruiert, seine Geschichte idealisiert. In dieser Erzählung erscheint Preußen als Berlin-Brandenburgische Erfolgsgeschichte von Ordnung und Aufklärung. Die östlichen Provinzen kommen darin kaum vor. Der Vortrag stellt dieses Bild infrage. Er richtet den Blick auf Regionen, die von sprachlicher, religiöser und kultureller Vielfalt geprägt waren. Preußische Herrschaft bedeutete dort nicht nur Verwaltung, sondern Eingriffe in Sprache und Bildung, Siedlungspolitik und den Versuch, Vielfalt zu kontrollieren und umzuwandeln. Der Vortrag zeigt, warum Preußen koloniale Ambitionen hatte, ohne je eine klassische Kolonialmacht zu werden, und warum diese Perspektive bis heute fehlt, während historische Fassaden wiederaufgebaut und alte Mythen neu belebt werden.
Abstract:
Der Vortrag hinterfragt das idealisierte Bild Preußens als Kulturstaat und richtet den Blick auf die vielfältigen östlichen Provinzen. Er zeigt, wie preußische Herrschaft dort durch Eingriffe in Sprache, Bildung und Siedlungspolitik versuchte, Vielfalt zu kontrollieren und umzuwandeln. So wird deutlich, dass Preußen koloniale Ambitionen verfolgte, ohne eine klassische Kolonialmacht zu sein.
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