News - Instytut Pileckiego

Der Rat zur Unterstützung der Juden rettete tausenden polnischen Juden das Leben im von NS-Deutschland besetzten Polen.

Codename Żegota: Sie rettete tausenden polnischen Juden das Leben während des Zweiten Weltkriegs

Vor 79 Jahren, am 4. Dezember 1942, wurde im von NS-Deutschland besetzten Polen der Rat zur Unterstützung der Juden - Codename Żegota - gegründet. Er war die einzige staatliche Organisation in Europa, die sich für die Rettung der Juden vor dem Holocaust einsetzte. Sie agierte im Namen der polnischen Exilregierung, als Delegation ihrer Vertreter für Polen, die in Polen die geheime, gegen die deutsche Besatzungsmacht ausgerichtete Exekutive ausübte.

Wichtig ist auch hervorzuheben, dass die vom NS-Regime eingeführte Gesetzlage in Polen besonders drastisch war. Es sind nicht wenige Fälle bekannt, wo selbst eine Scheibe Brot, die man einer Jüdin oder einem Juden gab, mit der Todesstrafe geahndet wurde. Gerade in vielen westlichen besetzten Ländern drohte dafür bisweilen allenfalls eine moderate Geldstrafe.

Der Rat setzte die Arbeit des Provisorischen Komitees für die Judenhilfe fort, einer zivilgesellschaftlichen Initiative, die im September 1942 von der Schriftstellerin Zofia Kossak-Szczucka ins Leben gerufen worden war.

Ganz im Geiste der polnischen Exilregierung und des polnischen Untergrundstaats setzte sich die Żegota aus Vertretern rechter und linker, polnischer und jüdischer politischer Parteien zusammen. Władysław Bartoszewski: "Ich denke, die Żegota war ein einzigartiges, beispielloses Phänomen. Zum ersten Mal saßen Katholiken, Zionisten, Bundmitglieder, polnische Demokraten, Sozialisten, Mitglieder der Bauernpartei - Juden und Polen - an einem Tisch zusammen und engagierten sich in einer Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzungsmacht”.

Die Hilfe richtete sich in erster Linie an Juden, die auf der so genannten "arischen Seite" untergetaucht waren, aber auch an Juden in Ghettos und Lagern. Die Untergetauchten erhielten Lebensmittel und finanzielle Unterstützung sowie falsche Papiere, die es ihnen ermöglichten, außerhalb des Ghettos zu (über-)leben. Anderen wurde geholfen, überhaupt erstmal eine Unterkunft zu finden. Viele Kinder wurden in Pflegeeinrichtungen oder in polnischen Familien untergebracht.

Nach dem Krieg ehrte Yad Vashem den Rat als "Gerechter unter den Völkern" - ein Titel, der Menschen verliehen wird, welche Juden vor dem Holocaust retteten. Im Garten der Gerechten in Yad Vashem steht ein der Żegota gewidmeter Baum, der 1963 von Władysław Bartoszewski gepflanzt wurde. An den Rat wurde auch seitens des polnischen Parlament gedacht. In einer am 23. November 2012 verabschiedeten Erklärung brachten die Abgeordneten ihre Anerkennung für die heroischen Errungenschaften der Organisation zum Ausdruck.

Wer mehr über den polnischen Untergrundstaat erfahren will, dem sei dieser Artikel empfohlen: https://instytutpileckiego.pl/.../heute-vor-77-jahren....

In wenigen Tagen ist auch der Jahrestag der sog "Raczynski Notiz": dem ersten offiziellen Bericht über den Holocaust, welcher als offizielle diplomatische Notiz der polnischen Exilregierung an die Außenminister der Alliierten verschickt wurde, um die westliche Öffentlichkeit wachzurütteln.

Der Artikel ist eine Übersetzung und leicht modifizierte Variante zweier Artikel, die zunächst auf dem Profil von Jeffrey Cymbler und auf https://sprawiedliwi.org.pl/.../story-council-aid-jews... erschienen sind.

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