Gespräch mit polnischer Grafikdesign-Legende - Instytut Pileckiego

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09.11.2022 () 18:00

Gespräch mit polnischer Grafikdesign-Legende

Ein Gespräch mit der Grafikdesign-Legende Tomasz Kuczborski über Designentwürfe für Untergrund-Verlage und kapitalistische Massenmedien, die Geschichte der Solidarność und Polens Transformationsprozess nach 1989

Aus dem Untergrund in die Öffentlichkeit:

Ein Gespräch mit der Grafikdesign-Legende Tomasz Kuczborski über Designentwürfe für Untergrund-Verlage und kapitalistische Massenmedien, die Geschichte der Solidarność und Polens Transformationsprozess nach 1989

09.11, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin | Anmeldung: https://forms.gle/KtMpfxwxB19St9Cu9

Das Gespräch findet auf Polnisch statt und wird ins Deutsche simultan gedolmetscht

Organisatoren: Pilecki-Institut Berlin, Adam-Mickewicz-Institut

Tomasz Kuczborski hat dem polnischen "zweiten Umlauf" künstlerisch und grafisch ganz klar seinen Stempel aufgedrückt. Durch den „zweiten Umlauf“, auch Samizdat genannt, fanden in Polen alternative, nicht systemkomforme Zeitschriften und Bücher vor 1989 ihren Weg zum Leser. Wurde Kuczborski anfangs als klassischer Samizdat-Künstler angesehen, erreichten seine Werke mit der Zeit Reichweiten, welche über klassische Samizdat-Rahmen weit hinausreichten.

Kuczborski, ein Absolvent der Akademie der Schönen Künste in Warschau, arbeitete noch vor der Solidarność-Zeit mit der demokratischen Opposition zusammen. 1977 kreierte er für den ersten polnischen Verlag, welcher seine Bücher außerhalb der staatlichen Zensur veröffentlichen konnte, die sog. Niezależna Oficyna Wydawnicza NOWA, ein bis heute bekanntes Logo. In den Folgejahren entwarf er bis 1989 rund 200 Buchcover (darunter die erste Veröffentlichung des eben angesprochenen Verlags, das Buch "Der Ursprung des Systems" aus der Feder des Soziologen Jakub Karpiński). Er entwarf die Layouts und Cover der Untergrund-Zeitschrift Zapis ebenso wie die Cover von im Untergrund veröffentlichen Hör- und Videokassetten.

Vor dem Hintergrund seines spannenden, sich über zwei politische Systeme erstreckenden Lebenswegs wollen wir ihm mehrere Fragen stellen. War er seinem Selbstverständnis nach ein Aktivist oder war Grafikdesign einfach nur sein Job? Konnte er durch seine Arbeit im Untergrund Geld verdienen? Was unterscheidet Grafikdesign im „antikommunistischen Untergrund“ von Grafikdesign im „kapitalistischen Mainstream“? Wie erlebte und bewertete er die neuen gesellschaftlichen und politischen Realitäten nach 1989 - als ein prominenter Grafikdesigner, welcher die Layouts für die wichtigsten polnischen Zeitungen der 90er Jahre entwarf.


Wir wollen ihn auch fragen, an welche Untergrundprojekte er sich am liebsten erinnert und diese dann auch dem Publikum zeigen