Lebendige Erinnerung. Zwischen Abwesenheit und Handlungsfähigkeit - Instytut Pileckiego
31.03.2026 () 18:00
Lebendige Erinnerung. Zwischen Abwesenheit und Handlungsfähigkeit
Vortrag von Anna Krenz im Rahmen unserer Reihe "Wofür Denkmäler heute?"
Vortrag von Anna Krenz: "Lebendige Erinnerung. Zwischen Abwesenheit und Handlungsfähigkeit"
31.03, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin | Anmeldung: https://forms.gle/v34CabjZgrWhTphQ8
Reihe: Wofür Denkmäler heute? (die erste Veranstaltung finden Sie unten)
Der Vortrag befasst sich mit der Frage nach der Rolle von Denkmälern in der zeitgenössischen Erinnerungskultur Berlins, unter besonderer Berücksichtigung des deutsch-polnischen Kontexts. Ausgangspunkt sind in Berlin realisierte herstorische Projekte, wie die Initiative zur Erinnerung an Irena Bobowska durch einen „lebenden“ Gedenkbaum oder basisdemokratische Aktionen rund um das Denkmal für den polnischen Soldaten im Volkspark Friedrichshain.
Anhand dieser Beispiele wird gezeigt, wie Erinnerung als basisdemokratische Praxis funktionieren kann – als Prozess der Aushandlung von Bedeutungen, Präsenz und Handlungsfähigkeit. Der Vortrag analysiert zudem Spannungen und Ungleichheiten in der deutsch-polnischen Erinnerungskultur, darunter Mechanismen der Marginalisierung polnischer Erfahrungen und weiblicher Biografien. Dabei schlägt er vor, Erinnerungsräume als Formen zu betrachten, die notwendig sind – aber überdacht, geöffnet und vor allem gemeinsam gestaltet werden müssen.
Anna Krenz (*1976) – Künstlerin, Forscherin und Architektin, deren Praxis sich auf den städtischen Raum, Erinnerung und Materialität konzentriert. Ihre Arbeit verbindet künstlerische Forschung, visuelles Erzählen und architektonisches Denken mit feministischen und historischen Perspektiven. Sie studierte Architektur in Posen sowie Environment & Sustainable Design an der Architectural Association in London. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte sind polnische Teilnehmerinnen der Widerstandsbewegung in Berlin sowie die deutsch-polnische Erinnerungskultur. Seit 2000 ist sie Teil des interdisziplinären Frauenstudios Sinus_3 und leitete von 2003 bis 2012 die Galerie ZERO in Berlin. Sie veröffentlicht und hält Vorträge zu Stadttheorie, Architektur, nachhaltiger Entwicklung und Erinnerungskultur. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Berlin.