Gemeinsam erinnern: Gesichter der deutsch-polnischen Gedenkkultur“ - Instytut Pileckiego

28.03.2025 () 18:00

Gemeinsam erinnern: Gesichter der deutsch-polnischen Gedenkkultur“

Ein Gespräch mit Klaus und Alina Leutner zur Einführung der neuen Reihe

„Gemeinsam Erinnern: Gesichter der deutsch-polnischen Gedenkkultur“ – ein Gespräch mit Klaus und Alina Leutner

Einführungsveranstaltung der neuen Reihe der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin und des Pilecki-Instituts Berlin

28.03, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin | Anmeldung: https://forms.gle/e4cz8gXSPkbamua4A

In Zeiten tiefgreifender geopolitischer Umbrüche und einer wachsenden imperialen Bedrohung durch Russland steht Europa an einem Scheideweg. Demokratische Werte müssen verteidigt, Europas Soft und Hard Power unter Beweis gestellt werden. Die Stunde ist gekommen für eine Partnerschaft, deren gegenwärtige Bedeutung verdeutlicht, wie unvorhersehbar der Gang der Geschichte sein kann: die deutsch-polnischen Beziehungen. Möglicherweise waren sie nie zuvor so wichtig wie heute.

Dass sie vielerorts bereits intensiv blühen und gedeihen, ist nicht nur ein politischer Erfolg der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch das Resultat des Engagements vieler außergewöhnlicher Menschen. Über die letzten 35 Jahre hinweg hat ihr Einsatz für eine bessere, gerechtere und lebenswertere Welt Früchte getragen. In unserer neuen, gemeinsam mit der DPGB organisierten Veranstaltungsreihe möchten wir sie vorstellen und ausführlich zu Wort kommen lassen.

Den Auftakt bildet am 28. März ein Gespräch mit einem deutsch-polnischen Ehepaar, das in manchen Kreisen von Geschichtskennern und -Aktivisten bereits Kultstatus genießt: Klaus und Alina Leutner. In den vergangenen Jahren haben sich die beiden intensiv für das Gedenken an die polnischen Opfer der deutschen Besatzung eingesetzt: Sie haben die Namen zahlreicher im Zweiten Weltkrieg ermordeter Polen aus der Vergessenheit gehoben und sie in der Berliner Erinnerungslandschaft wieder sichtbar gemacht. Dazu zählen unter anderem Gefangene des Hinrichtungsgefängnisses Plötzensee, Zwangsarbeiter und Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Mit ihrem Engagement für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit haben sie zugleich die Würde der Opfer wiederhergestellt – ein essenzieller Baustein partnerschaftlicher polnisch-deutscher Beziehungen.

Zusammen mit Klaus und Alina Leutner lassen wir ihre Laufbahn Revue passieren und begeben uns auf eine historische Reise. Das Ehepaar nimmt uns mit auf eine intellektuelle Erzählung über Polen, den Zweiten Weltkrieg und den Wert von Gedenken und kollektiver Erinnerung.

Klaus Leutner wurde 2017 mit dem Verdienstorden der Republik Polen und 2021 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Damit wurde unter anderem sein jahrzehntelanges Engagement gewürdigt: die Gründung der ‚Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde‘, seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Gedenkstätte Sachsenhausen, die Erforschung des KZ-Außenlagers am Lichterfelder Teltow-Kanal sowie die Errichtung eines örtlichen Denkmals – der ‚Säule der Gefangenen‘. 2020 veröffentlichte er zudem im Metropol-Verlag einen Band über das KZ-Außenlager

Unterstützt von seiner engsten IM (interessierten Mitstreiterin) Alina lernte Klaus Leutner im Zuge seines jahrzehntelangen Engagements Deutschlands Nachbarland Polen auf vielfältige Weise kennen – als Historiker, als Tourist, als geschichtsbewusster Beobachter des Zeitgeistes und als aufmerksamer Beobachter seiner alten Heimat Masuren, zu der er sehr persönliche Kontakte unterhält.

Was gehört zu seinen zentralen Erkenntnissen? Was motiviert die Leutners, was war ihre Antriebskraft, was sind ihre Hoffnungen und Träume? Was möchten sie der heutigen Jugend und künftigen Generationen vermitteln?

Das Gespräch wird von Anita Baranowska-Koch, der Initiatorin und Ideengeberin der Veranstaltung, sowie Alexander Kliymuk, dem Leiter der Bildungsabteilung am Pilecki-Institut Berlin, moderiert.