Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert. - Instytut Pileckiego
Vorträge
17.04.2026 () 18:00
Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert.
Unsere neue Reihe "Mehrzahl Moderne" - ein besonderes intellektuelles Schmankerl für alle, die regelmäßig unsere ideengeschichtlich ausgerichteten Reihen wie Exercising Modernity, (P)ostkolonialismus sowie unsere Veranstaltungen zur Ukraine, zu Belarus, Georgien und anderen Ländern Ost- und Mitteleuropas verfolgen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Vorfreude und, so viel Ehrlichkeit sei erlaubt, auch mit ein wenig Aufregung möchten wir Ihnen unser neues Programm vorstellen, das wir gemeinsam mit dem Lehrgebiet Public History der FernUniversität in Hagen entwickelt haben: Mehrzahl Moderne. Einführung in die verflochtenen Geschichten des östlichen Europas ist ein besonderes intellektuelles Schmankerl für alle, die regelmäßig unsere ideengeschichtlich ausgerichteten Reihen wie Exercising Modernity, (P)ostkolonialismus sowie unsere Veranstaltungen zur Ukraine, zu Belarus, Georgien und anderen Ländern Ost- und Mitteleuropas verfolgen.
Prof. Felix Ackermann und Dr. Małgorzata Jędrzejczyk waren für die programmatische Gestaltung der Reihe verantwortlich.
Den Auftakt bildet der Vortrag „Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert“ von Prof. Przemysław Czapliński (Adam-Mickiewicz-Universität Posen). Im Anschluss wird Dr. Franziska Exeler (Freie Universität Berlin) einen Kommentar beisteuern.
17.04, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin | Anmeldung: https://forms.gle/CqCLmwQu6q1Kvtey6
Sprachen: Polnisch und Deutsch (mit Simultandolmetschung)
Und mehr noch: Wir sind Ihren Anregungen gefolgt und haben das vollständige Programm der Reihe bereits im Voraus vorbereitet! Die entsprechenden Ankündigungen finden Sie weiter unten.

Mehr zum Vortrag "Zwischen Singular und Plural..."
Der Vortrag widmet sich der Reflexion über die vielfältigen Formen und Entwicklungen der Moderne. Ausgangspunkt ist die Frage, woraus die Unterschiede in der Ausprägung von Moderne in verschiedenen Teilen Europas und der Welt resultieren und wie sich diese Kategorie historisch gewandelt hat. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Vortrag die Besonderheit der polnischen Moderne in der Nachkriegszeit und in der postkommunistischen Zeit. Abschließend soll es um mögliche zukünftige Entwicklungen der Moderne als historischer und analytischer Kategorie gehen.
Mehr zur Reihe "Mehrzahl Moderne. Einführung in die verflochtenen Geschichten des östlichen Europas"
Das Pilecki-Institut Berlin und das Lehrgebiet Public History der FernUniversität in Hagen fragen gemeinsam, wie die neueren Geschichten Polens, der Ukraine und von Belarus als Teil der Geschichte Europas erzählt werden können. Wie lassen sich die historischen Erfahrungen dieser Gesellschaften erzählen, ohne historische Vorstellungen von Asymmetrie, Rückständigkeit und Überlegenheit fortzuschreiben? Eine Antwort auf diese Frage ist, die Moderne als Mehrzahl unterschiedlicher, miteinander verwobener Prozesse zu verstehen. Die Sensibilität für die Vielstimmigkeit, Komplexität und Verflechtung der Region ermöglicht den Blick auf die vermeintliche Peripherie zu schärfen. Indem wir ihre Vergangenheit ins Zentrum rücken, erinnern wir daran, dass heute über die Zukunft Europas in der Ukraine entschieden wird.

17 April 2026 (Friday), 18:00–20:15
Opening Event – Lecture I
Opening of the Mehrzahl Moderne project
Hanna Radziejowska (Pilecki-Institut Berlin), Prof. Dr. Felix Ackermann (FernUniversität in Hagen)
Auftakt: Zwischen Singular und Plural. Die historische Dynamik der polnischen Moderne im 20. und 21. Jahrhundert
Prof. Dr. habil. Przemysław Czapliński (Adam Mickiewicz University Poznań)
Comment: Dr. Franziska Exeler (Freie Universität Berlin)
Discussion and get-together
27 April 2026 (Monday), 19:00–21:00
Lecture II
Impuls & Book Presentation: Dnipro. Re-thinking Modern European History on the Dnipro Shores
Prof. Andrii Portnov (Pilecki-Institut Warsaw)
Comment: Hanna Radziejowska (Pilecki-Institut Berlin)
Discussion and get-together
21 May 2026 (Thursday), 18:00–20:00
Lecture III
Impuls: Polnisch-jüdisch-preußisches Erbe. Poznań als umkämpfter Raum
PD Dr. Agnieszka Pufelska (Nordost-Institut Lüneburg)
Comment: Prof. Dr. Max Welch Guerra
Discussion and get-together
4 June 2026 (Thursday), 18:00–20:00
Lecture IV
Impuls: Warschau 1905: Geschichte machen und die Moderne anführen
Dr. Clara Frysztacka (Heinrich Böll Stiftung Berlin)
Comment: Dr. Johannes Bent (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder))
Discussion and get-together
19 June 2026 (Friday), 18:00–20:00
Lecture V
Impuls: A Frightened Modernity: Language, Politics, and Identity in Belarusian Cultural Projects of the 1920s and 1930s
Anna Karpenko (Münster)
Comment: Dr. Olga Shparaga (FernUniversität in Hagen)
Discussion and get-together
2 July 2026 (Thursday), 18:00–20:00
Lecture VI
Discussion: Die Zukunft der osteuropäischen Geschichte
Prof. Dr. Karl Schlögel (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder))
Prof. Dr. Botakoz Kassymbekova (University of Zurich)
Moderation: Prof. Dr. Felix Ackermann (FernUniversität in Hagen)
Discussion and get-together

Prof. Przemysław Czapliński ist Literaturhistoriker der polnischen und europäischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, Essayist, Übersetzer und Literaturkritiker. Er ist Mitbegründer des Lehrstuhls für Anthropologie der Literatur an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen sowie Direktor des Zentrums für Offene Geisteswissenschaften an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen.
Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Herausgeber von Sammelbänden, darunter Resztki nowoczesności (Reste der Moderne, 2011), Poruszona mapa (Die bewegte Karte, 2016), O jeden las za daleko. Demokracja, kapitalizm i nieposłuszeństwo ekologiczne w Polsce (Einen Wald zu weit. Demokratie, Kapitalismus und ökologischer Ungehorsam in Polen, mit J. B. Bednarek und D. Gostyński, 2019) sowie Tożsamość po pogromie. Świadectwa i interpretacje Marca ’68 (Identität nach dem Pogrom. Zeugnisse und Interpretationen des März ’68, mit Alina Molisak, 2019).
Er war Gastprofessor an der Universität Heidelberg (2017) und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2020). Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter des Ludwik-Fryd-Preises (1997), des Kościelski-Preises (1998), des Kazimierz-Wyka-Preises (2004) und des Jan-Długosz-Preises (2017). Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Literatur und den Problemen der späten Moderne. Derzeit ist er Gastprofessor an der Sorbonne in Paris.
