Forschungsstipendien für Provenienzforschung - Instytut Pileckiego
11.05.2026 ()
Forschungsstipendien für Provenienzforschung
Zwei Forschungsstipendien für Provenienzforschung zu Kulturgutverlusten während der deutschen NS-Besatzung in Polen
AUSSCHREIBUNG // CALL FOR APPLICATION
BEKANNTMACHUNG
über die Vergabe von zwei Forschungsstipendien des Pilecki-Instituts Berlin für Provenienzforschung zu Kulturgutverlusten während der deutschen NS-Zeit in Polen (2026/2027)
1. Gegenstand der Förderung
Das Pilecki-Institut Berlin vergibt für den Förderzeitraum 2026/2027 zwei Forschungsstipendien im Bereich der Provenienzforschung.
Gegenstand der Förderung sind wissenschaftliche Forschungsvorhaben zu kriegsbedingten Kulturgutverlusten in Polen während der deutschen nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft (1939–1945). Im Mittelpunkt stehen Fragestellungen des NS-Kunstraubs, der Enteignung, Verlagerung, Zerstörung sowie der späteren Verbleibsgeschichte von Kulturgütern. Die Forschungsvorhaben sollen nach Möglichkeit sowohl polnische als auch deutsche Sammlungen, Archive oder Forschungseinrichtungen einbeziehen.
2. Zielgruppe
Antragsberechtigt sind insbesondere Promovierende aus den Geistes- und Kulturwissenschaften, der Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Provenienzforschung oder verwandten Disziplinen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung ein einschlägiges Dissertationsprojekt verfolgen.
Darüber hinaus können sich Forscher:innen bewerben, die beruflich im Bereich der Provenienzforschung tätig sind und ein eigenständiges Projekt im Kontext von Sammlungen, Museen, Archiven oder vergleichbaren Einrichtungen bearbeiten.
3. Thematischer Bezug
Die Forschungsstipendien sind dem Andenken an den polnischen Widerstandskämpfer Witold Pilecki gewidmet, dessen Handeln sowohl als Praxis des Widerstands gegen den nationalsozialistischen Terrorstaat als auch als frühe Form systematischer Wissensproduktion über totalitäre Herrschaftsmechanismen des kommunistischen Regimes im Nachkriegspolen zu verstehen ist. Die Förderung steht im Einklang mit den satzungsgemäßen Aufgaben des Pilecki-Instituts Berlin, insbesondere mit der interdisziplinären Analyse totalitärer Herrschaftssysteme des 20. Jahrhunderts unter Rückgriff auf vergleichende Totalitarismusforschung, Memory Studies und Cultural Heritage Studies. Im Fokus stehen dabei die strukturellen, ideologischen und administrativen Bedingungen staatlich organisierter Gewalt, insbesondere der nationalsozialistische Kunstraub sowie die systematische Zerstörung kultureller Identität als Bestandteil umfassender Strategien politischer, sozialer und symbolischer Kontrolle.
4. Art, Umfang und Dauer der Förderung
Die Förderung erfolgt in Form eines Stipendiums mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Förderzeitraum ist für den Zeitraum zwischen Oktober 2026 und September 2027 zu beantragen.
Die monatliche Förderhöhe beträgt 1.800 Euro. Mit dem Stipendium sind keine weiteren Leistungen (z. B. Reise-, Unterkunfts- oder Sachkosten) verbunden. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
5. Erwartung
Erwartet werden die aktive Beteiligung an der Vorbereitung der geplanten Konferenz und Ausstellung, die Vorstellung des Forschungsthemas im Rahmen des IP-Berlin-Forschungskolloquiums, die Mitarbeit an weiteren Aktivitäten des IP Berlin sowie die Veröffentlichung der im Rahmen des Stipendiums erzielten Ergebnisse in Form eines wissenschaftlichen Artikels.
6. Bewerbungsunterlagen
Der Antrag ist in deutscher oder englischer Sprache einzureichen und muss folgende Unterlagen enthalten:
- das Bewerbungsformular (Datei zum Herunterladen)
- ggf. ein Verzeichnis der bisherigen Publikationen und Vorträge, eine Projektskizze mit einer Länge von maximal 3.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
- einen Zeitplan, einen tabellarischen Lebenslauf und/oder ein Portfolio mit folgenden Angaben: Vor- und Nachname sowie Wohnort des Antragstellers, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sowie Informationen über die bisherigen Leistungen oder Erfolge des Antragstellers,
- zwei Empfehlungsschreiben von wissenschaftlichen, Forschungs- oder kulturellen Einrichtungen (im In- oder Ausland) oder von Privatpersonen (als PDF-Kopie sowie im Original),
- eine Kopie der Erklärung zur Verarbeitung personenbezogener Daten (Datei zum Herunterladen)
- eine Kopie der Einwilligungserklärung zur Verarbeitung von Daten und Abbildungen (Datei zum Herunterladen)
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind in einer einzigen PDF-Datei zusammenzufassen. Lediglich die zwei Empfehlungsschreiben sind zusätzlich im Original vorzulegen.
7. Auswahlkriterien und Entscheidungsverfahren
Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren auf Grundlage einer fachlichen Begutachtung. Maßgebliche Auswahlkriterien sind insbesondere:
die wissenschaftliche Qualität und Originalität des Forschungsvorhabens,
die Relevanz des Projekts für die Provenienzforschung zu Kulturgutverlusten während der deutschen NS-Zeit in Polen,
die Einbindung einschlägiger polnischer und/oder deutscher Sammlungen oder Archive,
die fachliche Qualifikation und der bisherige wissenschaftliche Werdegang der Antragstellenden,
die Durchführbarkeit des Projekts im vorgesehenen Förderzeitraum.
Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien trifft das Pilecki-Institut Berlin auf Empfehlung eines Auswahlgremiums. Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.
8. Frist und Einreichung
Die Bewerbung ist bis spätestens 14. Juni 2026 elektronisch beim Pilecki-Institut Berlin einzureichen und es wird bis zum 15. Juli 2026 entschieden. Maßgeblich ist der Zeitpunkt des elektronischen Eingangs.
9. Auskunft und Kontakt
Auskünfte zu dieser Bekanntmachung erteilt: Dr. Elisabeth Katzy, Pilecki-Institut Berlin, berlin@pileckiinstitut.de
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