Quellensammlung zum Massaker von Wola - Instytut Pileckiego

10.08.2026 ()

Quellensammlung zum Massaker von Wola

Zeugenaussagen zum Massaker von Wola, die zum ersten Mal auf Deutsch erscheinen.

MASSAKER VON WOLA

Auswahl von Quellen zum Massenmord an Zivilisten während des Warschauer Aufstands

aus den Beständen der Hauptkommission zur Untersuchung deutscher Verbrechen in Polen

Unsere Quellensammlung mit Zeugenaussagen, die zum ersten Mal auf Deutsch erscheinen. Erschienen ist das Buch im Pilecki-Institut Verlag in Zusammenarbeit mit dem IPN. 

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Im August 1944 erhoben sich in Warschau Kämpfer der Polnischen Heimatarmee gegen die deutschen Besatzer. Einer der Befehlshaber, die mit der Niederschlagung des Aufstands beauftragt wurden, war SS-General Heinz Reinefarth. Unter seinem Kommando töteten deutsche Soldaten und Polizeieinheiten im Stadtteil Wola Zehntausende Männer, Frauen und Kinder. Eines der blutigsten Kriegsverbrechen auf europäischem Boden während des Zweiten Weltkriegs.

Zwischen dem 5. und 7. August 1944 wurden im Warschauer Stadtteil Wola nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 15.000 und 60.000 polnische Zivilisten ermordet.

Das Massaker von Wola war Hitlers Strafe für den Warschauer Aufstand - alle Warschauer wurden in Sippenhaft genommen. SS-General Heinz Reinefarth, auch „Henker von Warschau“ genannt, blieb nach dem Krieg ungestraft. Als sei dies nicht schon genug, wurde er nach dem Krieg auch noch Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages, Bürgermeister von Westerland und ein angesehener Jurist und Bürger.

"Ich rannte zum Treppenhaus hinaus und sah durch das Fenster, dass sich im Hof mehrere SS-Männer befanden, die mit Maschinengewehren nach allen Seiten feuerten. Auf dem Hof lagen Leichen von Frauen und Kindern. Viele Frauen und Kinder liefen chaotisch hin und her. Männer habe ich nicht gesehen bis auf einen, der tot da lag."

Aus der Aussage von Aniela Przybylska, die heimlich eines der Massaker in der Wolskastraße beobachtete


"Als die erste Zwanzigerschaft nach unten ging, wartete die nächste, bis sie drankommt. Am brennenden Haus lag bereits ein Haufen Leichen. Die SS-Männer standen mit Gewehren auf der gegenüberliegenden Seite und feuerten auf die Ankommenden. Die Leichen lagen einzeln. Ihre Anzahl kann ich nicht einschätzen, auf jeden Fall waren es Hunderte. In der Hofmitte sank ich nieder, ohne getroffen zu werden."

Aus der Aussage von Konrad Golian, der bei einer Hinrichtung in der Górczewskastraße dem Tod mit dem Oberschenkel entging


"Bei dieser Verbrennung arbeiteten wir mehrere Stunden. Dies könnten etwa zweitausend Leichen gewesen sein. Während wir sie verbrannten, brachte ein Gestapo-Offizier mit drei Sternen am Kragen, ein blonder Mann mit dunklem Gesicht von mittlerer Größe ein paar Männer in Zivilkleidung von der Straße und erschoss sie sofort.

Aus der Aussage von Franciszek Zasada, der von den Deutschen gezwungen wurde, die Leichen von Hinrichtungsopfern in Wola zu verbrennen"

Partner:
Pilecki Institut
Instytut Pamięci Narodowej

Das Buch ist in der Reihe "Chronicles of Terror" erschienen - Aufzeichnungen des Terrors

Eine Datenbank mit Zeugenaussagen polnischer Bürger, die deren Erfahrungen mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Totalitarismus dokumentieren. Die Datenbank umfasst: Vernehmungsprotokolle von Zeugen, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Hauptausschuss für die Untersuchung der deutschen Verbrechen in Polen ausgesagt haben, Berichte von Soldaten der Anders-Armee und Zivilisten, die nach ihrer Flucht aus der Sowjetunion abgegeben wurden, Zeugenaussagen polnischer Bürger, die während des Zweiten Weltkriegs Juden geholfen haben, Zeugenaussagen zum Massaker von Katyń.

Die Dokumente sind teilweise ins Englische übersetzt und größtenteils online zugänglich. Die Besichtigung der kompletten Sammlung ist nach einer vorherigen Anmeldung per Mail im Lesesaal der Bibliothek des Pilecki-Instituts Berlin möglich.

ChroniclesofTerror.pl

https://chroniclesofterror.pl/dlibra

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