Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts - Instytut Pileckiego

Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts

Unsere neue Ausstellung - bis zum 23.03.2022

(C) Grzegorz Karkoszka
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Unsere neue Ausstellung: "Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts".

Öffnungszeiten: Montags geschlossen. Dienstag bis Sonntag: 10 -18 Uhr.

Adresse: Pariser Platz 4A, 10117 Berlin

Es gilt das 2G+ Regelwerk.

Kuratoren: Tomasz Stefanek, Bartek Gralicki, Piotr Szlagowski

Die Ausstellung kann man sich bis zum 23.03.2022 im Pilecki-Institut anschauen

Erster Entwurf der UN-Völkermordkonvention (C) UN (aus "Lemkin z Bliska. Concept Book")

"Die Ermordung eines Individuums ist ein Verbrechen. Ist es dagegen kein Verbrechen, mehr als eine Million Menschen zu töten?" - Rafał Lemkins Worte zu seinem Professor an der Universität Lwów aus dem Jahre 1920, eine Reflexion über die Ermordung von etwa einer Million Armeniern, waren Ausgangspunkt für mehrere Jahrzehnte des Nachdenkens darüber, wie ein solches Verbrechen in juristischer Sprache ausgedrückt werden könnte. Schließlich erfand Lemkin hierfür einen neuen Begriff: Genozid. Als Mitverfasser der UN-Völkermordkonvention war es zudem sein großes Verdienst, dass dieses Abkommen am 9. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und verabschiedet wurde.

Dass es sich hierbei um ein Unterfangen von höchster Bedeutung handelte, verdeutlicht ein weiteres Zitat von einem anderen wichtigen Denker: "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Denn Sprache ist nicht nur Mittel zum Zweck - sie eröffnet Perspektiven, erschließt Zugänge, kreiert "Cognitive Maps". Vor der Erfindung des Genozid-Begriffs spürten und sahen viele mit eigenen Augen, dass das 20. Jahrhundert die Ära eines apokalyptisches Novums – des Genozids - einläutete: analytisch erfassen konnte man sie freilich nicht.

Raphael Lemkin steht ganz rechts. Südkorea, Haiti, Frankreich und Costa Rica ratifizieren die Konvention 1950 in New York. (C) UN (aus "Lemkin z Bliska. Concept Book")

Winston Churchill erklärte während des Zweiten Weltkriegs Ende 1941, dass die Nazis ein „namenloses Verbrechen“ begingen. Raphael Lemkin, ein Jurist polnisch-jüdischer Herkunft, der fast seine gesamte Familie im Holocaust verloren hat, verschrieb sich der Suche nach einem angemessenen Begri für diese Akte menschlicher Barbarei. Dank seiner Erfahrungen und biographischen Stationen in Bezwodne, Lwów und Warszawa, seiner Sensibilität für das Schicksal verschiedener nationaler und ethnischer Gruppen, sowie Studien in Philosophie, Philologie und im Rechtswissenschaften gelang Lemkin 1943 die Prägung des Neologismus Genozid. Durch sein persönliches Engagement sorgte er für das Zustandekommen der Genozidkonvention der Vereinten Nationen im Jahr 1948. Die Ausstellung „Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts“ erzählt von einem Menschen mit moralischer Vorstellungskraft und einem einzigartig ausgereiftem idealistischen Bürgersinn, der die Verwirklichung seiner Idee zu seinem Lebensinhalt machte.

Die Ausstellung wird bis zum 23.03.2022 im Pilecki-Institut zu sehen sein.

Hier entwickelte er sein intellektuelles Potenzial: Lemberg (oben) und Warschau (unten) (C) Wikicommons

 

 

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