Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts - Instytut Pileckiego
29.01.2022 ()
Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts
Unsere neue Ausstellung - bis zum 23.03.2022
Unsere neue Ausstellung: "Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts".
Öffnungszeiten: Montags geschlossen. Dienstag bis Sonntag: 10 -18 Uhr.
Adresse: Pariser Platz 4A, 10117 Berlin
Es gilt das 2G+ Regelwerk.
Kuratoren: Tomasz Stefanek, Bartek Gralicki, Piotr Szlagowski
Die Ausstellung kann man sich bis zum 23.03.2022 im Pilecki-Institut anschauen
"Die Ermordung eines Individuums ist ein Verbrechen. Ist es dagegen kein Verbrechen, mehr als eine Million Menschen zu töten?" - Rafał Lemkins Worte zu seinem Professor an der Universität Lwów aus dem Jahre 1920, eine Reflexion über die Ermordung von etwa einer Million Armeniern, waren Ausgangspunkt für mehrere Jahrzehnte des Nachdenkens darüber, wie ein solches Verbrechen in juristischer Sprache ausgedrückt werden könnte. Schließlich erfand Lemkin hierfür einen neuen Begriff: Genozid. Als Mitverfasser der UN-Völkermordkonvention war es zudem sein großes Verdienst, dass dieses Abkommen am 9. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und verabschiedet wurde.
Dass es sich hierbei um ein Unterfangen von höchster Bedeutung handelte, verdeutlicht ein weiteres Zitat von einem anderen wichtigen Denker: "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Denn Sprache ist nicht nur Mittel zum Zweck - sie eröffnet Perspektiven, erschließt Zugänge, kreiert "Cognitive Maps". Vor der Erfindung des Genozid-Begriffs spürten und sahen viele mit eigenen Augen, dass das 20. Jahrhundert die Ära eines apokalyptisches Novums – des Genozids - einläutete: analytisch erfassen konnte man sie freilich nicht.
Winston Churchill erklärte während des Zweiten Weltkriegs Ende 1941, dass die Nazis ein „namenloses Verbrechen“ begingen. Raphael Lemkin, ein Jurist polnisch-jüdischer Herkunft, der fast seine gesamte Familie im Holocaust verloren hat, verschrieb sich der Suche nach einem angemessenen Begri für diese Akte menschlicher Barbarei. Dank seiner Erfahrungen und biographischen Stationen in Bezwodne, Lwów und Warszawa, seiner Sensibilität für das Schicksal verschiedener nationaler und ethnischer Gruppen, sowie Studien in Philosophie, Philologie und im Rechtswissenschaften gelang Lemkin 1943 die Prägung des Neologismus Genozid. Durch sein persönliches Engagement sorgte er für das Zustandekommen der Genozidkonvention der Vereinten Nationen im Jahr 1948. Die Ausstellung „Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts“ erzählt von einem Menschen mit moralischer Vorstellungskraft und einem einzigartig ausgereiftem idealistischen Bürgersinn, der die Verwirklichung seiner Idee zu seinem Lebensinhalt machte.
Die Ausstellung wird bis zum 23.03.2022 im Pilecki-Institut zu sehen sein.
Zobacz także
- Cyberangriff auf das Pilecki-Institut – Verdacht auf russische bzw. belarusische Urheberschaft
News
Cyberangriff auf das Pilecki-Institut – Verdacht auf russische bzw. belarusische Urheberschaft
In der Nacht vom 13. auf den 14. August wurden die Websites des Pilecki-Instituts in Warschau sowie unserer Standorte in Berlin und Augustów Ziel eines Cyberangriffs.
- Quellensammlung zum Massaker von Wola
News
Quellensammlung zum Massaker von Wola
Zeugenaussagen zum Massaker von Wola, die zum ersten Mal auf Deutsch erscheinen.
- Announcement of the results of the selection process for the programme "2026 EXERCISING MODERNITY ACADEMY"
News
Announcement of the results of the selection process for the programme "2026 EXERCISING MODERNITY ACADEMY"
Announcement of the results of the selection process for the programme, as selected in the ‘COMPETITION FOR PARTICIPATION IN THE 2026 EXERCISING MODERNITY ACADEMY´
- Stellenausschreibung: Studentische Hilfskraft (w / m / d)
News
Stellenausschreibung: Studentische Hilfskraft (w / m / d)
2 Tage pro Woche à 8 Stunden (10-18 Uhr) Stundenlohn: 13,90 € ab September 2026
- BEKANNTGABE DER STIPENDIATINNEN UND STIPENDIATEN
News
BEKANNTGABE DER STIPENDIATINNEN UND STIPENDIATEN
Ergebnisse der Ausschreibung des Stipendienprogramms für wissenschaftliche Projekte „Provenance Research“ am Berliner Standort des Pilecki-Instituts
- The application deadline has been extended to 19 July 2026!
News
The application deadline has been extended to 19 July 2026!
Exercising Modernity 2026 Edition: A unique intellectual and artistic program exploring the fascinating relationship between modernity and Central and Eastern Europe.
- Weiterbildungsseminar „Besatzung – Terror – Widerstand“
News
Weiterbildungsseminar „Besatzung – Terror – Widerstand“
Weiterbildungsseminar „Besatzung – Terror – Widerstand“ für Lehrkräfte über den Warschauer Aufstand vom 31. August bis 4. September 2026 in Warschau.
- Forschungsstipendien für Provenienzforschung
News
Forschungsstipendien für Provenienzforschung
Zwei Forschungsstipendien für Provenienzforschung zu Kulturgutverlusten während der deutschen NS-Besatzung in Polen
- CfA: Understanding Memory – Public History Lab 2026
News
CfA: Understanding Memory – Public History Lab 2026
Mit der Studienreise „Understanding Memory – Public History Lab 2026“ bieten das Pilecki-Institut Berlin und das Museum des Warschauer Ghettos die Möglichkeit, sich mit wichtigen Fragen im deutsch-polnischen Kontext auseinanderzusetzen.
- Gedenkveranstaltung - Befreiung des KZ Ravensbrück
News
Gedenkveranstaltung - Befreiung des KZ Ravensbrück
Heute waren Hanna Radziejowska und Mateusz Falkowski im Namen des Pilecki-Instituts bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestags der Befreiung des KZ Ravensbrück.
- Frohe Ostern!
News
Frohe Ostern!
Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest und erholsame Feiertage im Kreise Ihrer Liebsten. Während der Osterpause bleibt unser Institut geschlossen; ab Dienstag, dem 7. April, sind wir wieder für Sie da.
- Studentische Hilfskraft (w / m / d)
News
Studentische Hilfskraft (w / m / d)
Studentische Hilfskraft (w / m / d)