MARIUPOL BLUTET ... und Europa schaut zu? - Instytut Pileckiego

27.04.2022 ()

MARIUPOL BLUTET ... und Europa schaut zu?

Jahrelang war sie im Malteser Hilfsdienst und in der lokalen Mariupoler Politik aktiv. Als Augenzeugin russischer Kriegsverbrechen erzählt sie der Welt nun darüber, was sie erlebt hat – und wovor die Welt lieber wegschauen würde. Am MIttwoch im Institut: K

Jahrelang war sie im Malteser Hilfsdienst und in der lokalen Mariupoler Politik aktiv. Als Augenzeugin russischer Kriegsverbrechen erzählt sie der Welt nun darüber, was sie erlebt hat – und wovor die Welt lieber wegschauen würde. Am MIttwoch im Institut: Kateryna Sukhomlynova aus Mariupol! 

"MARIUPOL BLUTET ...und Europa schaut zu?"

27.04.2022, 19.00 | Pariser Platz 4A | Anmeldung: events@pileckiinstitut.de

Mit Simultandolmetschung ins Deutsche 

Kateryna Sukhomlynova arbeitet mit unserem Raphael-Lemkin-Zentrum für die Dokumentation von russischen Verbrechen in der Ukraine zusammen.

Aus Mariupol nach Berlin

„Menschen kamen auf mich zu und fragten, wann ich denn mit dem Abtransport der Leichen beginnen würde“. Frau Sukhomlynova, eine Sanitäterin aus der Ukraine, hat es gerade noch so geschafft, aus Mariupol zu fliehen. Als Zeugin russischer Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung hat sie sich beim Lemkin-Dokumentationszentrum in Warschau gemeldet. Jetzt kommt sie nach Berlin, um darüber zu erzählen, was sie gesehen und miterlebt hat.

„Währet den Anfängen“, „Nie wieder!“ waren die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit, die nun drohen, ob der unzureichenden außenpolitischen Reaktion zu leeren Worthülsen zu verkommen. Deswegen darf man nicht wegschauen - zu glauben, der Krieg gegen die Ukraine wäre weit weg, ist ein Trugschluss.

Frau Kateryna blieb bis zum 17. März in Mariupol, das von den russischen Truppen belagert wurde. Sie beteiligte sich an Rettungsaktionen, leistete Erste Hilfe und war für den Transport der Verwundeten in die örtlichen Krankenhäuser zuständig. Sie arbeitete unter anderem mit Yulia Payevska zusammen, einer Sanitäterin, die am 16. März von den Russen entführt wurde. Sie wurde Zeugin russischer Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Als Augenzeugin der russischen Verbrechen und des Leids der Einwohner der Stadt hat sie dem Lemkin-Zentrum ihre Zeugenaussagen zur Verfügung gestellt. Sie möchte, dass ihre Stimme von der Welt gehört wird. Ihr Beispiel zeigt, warum es so wichtig ist, Beweise und Zeugenaussagen zu sammeln. Auch und gerade in Berlin, deswegen entsteht hier nun auch ein entsprechendes Team.

Als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine gründete das Pilecki-Institut das Rafał-Lemkin-Zentrum zur Dokumentation der russischen Verbrechen in der Ukraine. Das Zentrum sammelt Berichte ukrainischer Zivilisten und Militärangehöriger, um Beweise für die von den russischen Truppen im Krieg begangenen Verbrechen zu sichern. Diese Berichte und Zeugenaussagen sollen Wissenschaftlern, Journalisten aber auch internationalen Institutionen wie dem ICC (Internationaler Strafgerichtshof) dienlich sein. Das Lemkin-Dokumentationszentrum ist seit dem 26. Februar 2022 tätig und arbeitet bereits mit 60 Freiwilligen zusammen, die die Berichte und Zeugenaussagen ukrainischer Flüchtlinge in verschiedenen Teilen Polens sammeln.

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