Revolutionär und Staatsgründer: Józef Piłsudski - Instytut Pileckiego

Revolutionär und Staatsgründer: Józef Piłsudski

Endlich auch auf Deutsch: Eine gleichermaßen gut lesbare, flüssig geschriebene und dank feinster akribischer Quellenarbeit höchsten wissenschaftlichen Standards genügende Piłsudski-Biographie! Eine Diskussion u.a. mit dem Autor Wolfgang Templin.

"Revolutionär und Staatsgründer: Józef Piłsudski"

11.05, 18.00 | Pariser Platz 4A | Wolfgang Templin, Heidi Hein-Kircher, Krzysztof Rak | Moderator: Mateusz Fałkowski

Es wird um vorherige Anmeldung gebeten: events@pileckiinstitut.de

Eine Simultandolmetschung ins Deutsche und Polnische wird angeboten

Die Biographie als Genre ist ein wichtiger Zugang zur Geschichte: Individuelle, bedeutsame Schicksäle lassen bekannte historische Ereignisse in neuem Licht erscheinen und umgekehrt. Das gilt umso mehr, wenn es um die Biografie eines so facettenreichen Menschen wie Józef Piłsudski geht. Sozialist und Kämpfer für die polnische Unabhängigkeit, Mitglied illegaler Organisationen und Oberhaupt der Zweiten Polnischen Republik sowie Schlüsselfigur bei der Schlacht an der Weichsel 1920 gegen die Bolschewiki, der Umsetzung fortschrittlicher Gesetze, aber auch beim Staatstreich vom Mai 1926.

Politischer Visionär, Stratege und Polemiker, schließlich auch Frauenheld, um den sich zahlreiche Kontroversen und Mythen ranken. Die soeben erschienene Biografie Piłsudskis aus der Feder eines deutschen Autors bietet Stoff und Anlass für einen deutsch-polnischen Austausch über die bewegte Geschichte Polens und Europas vor und nach dem Ersten Weltkrieg und die Rolle sowie Bedeutung eines wichtigen Protagonisten darin. Wolfgang Templin, Dissident zu DDR-Zeiten, ist seit langem mit Polen und der polnischen Geschichte „befreundet“.

Sein neues Buch „Revolutionär und Staatsgründer“ ist ein beeindruckender – und zugleich sehr ehrlicher - Freundschaftsbeweis und Ergebnis jahrelanger akribischer Arbeit mit polnischen Quellen. Obwohl es sich in erster Linie an eine breite interessierte deutsche Leserschaft richtet, die dank der gewählten Erzählform des Autors leicht mit in die Geschichte eintauchen kann, wartet das Buch dank der umfangreichen Recherchen mit neuen Erkenntnissen auf und dürfte somit auch das Fachpublikum ansprechen . Über dieses Buch und über Józef Piłsudski sprechen wir mit Wolfgang Templin (Berlin), Heidi Hein-Kircher (Herder Institut, Marburg) und Krzysztof Rak (Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Warschau). Moderiert wird das Gespräch von Mateusz Fałkowski (Pilecki Institut, Berlin). Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Pilecki-Institut und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit organsiert.

  • Wolfgang Templin DDR – Bürgerrechtler, galt für die SED in den 80er Jahren als einer der gefährlichsten oppositionellen Aktivisten, heute arbeitet er als Publizist und in der politischen Erwachsenenbildung. Er gehörte zu den Mitbegründern von Bündnis 90. Von 2010 bis 2014 leitete er das Warschauer Auslandsbüro der Heinrich-Böll-Stiftung. Verfasste mehrere Bücher über die Geschichte und politischen Entwicklungen in der Ukraine und Polen. Für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung wurde er in beiden Staaten mehrfach ausgezeichnet.
  • PD Dr. Heidi Hein-Kircher ist seit 2003 am Herder-Institut tätig und leitet seit 2009 die Abteilung Wissenschaftsforum. Sie studierte Osteuropäische und Neuere Geschichte sowie Politikwissenschaft und Jiddistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo sie 2000 zum Thema Pilsudski-Kult promoviert wurde. Arbeitsschwerpunkte sind Sicherheits- und Konfliktgeschichte, Familien- und Gendergeschichte, die Geschichte ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Erinnerungskulturen im östlichen Europa.
  • Dr. Krzysztof Rak - Historiker, Philosoph, Übersetzer und Publizist sowie Experte für internationale Beziehungen. Geschäftsführender Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Er publizierte unter anderem in den Wochenzeitschriften „Życie“ und „Wprost“ sowie in den Tageszeitungen „Gazeta Wyborcza“ und "Gazeta Polska". Derzeit arbeitet er mit der Tageszeitung „Rzeczpospolita“ und dem Onlineportal „Nowa Konfederacja“ zusammen. Autor folgender Monografien: „Polen - Hitlers unerfüllter Verbündeter“ (2020) und „Piłsudski zwischen Stalin und Hitler“ (2021).

Moderator:

  • Mateusz Falkowski - Soziologe, stellvertretender Leiter des Pilecki-Instituts Berlin, Gründer und Mit-leitender der Forschungsgruppe „Solidarność: Neue Ansätze zur Analyse einer gesellschaftlichen Bewegung 

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